Wichtige Zusammenarbeit zwischen dem Nabu Willich und der Greifvogelstation Mönchengladbach.

 

 

Waldkauz 2Wir möchten hier eine interessante und sehr sinnvolle Zusammenarbeit zwischen dem NABU Willich und der Greifvogelpflegestation Mönchengladbach vorstellen.

 

Im Jahr 2007 startete der Naturschutzbund Willich ein Projekt das den Schutz und die Überlebenschancen des Steinkauzes sichern sollte. Dazu gehörte die Konstruktion eines neuartigen Nistkastens, der es erleichtert den Jungsteinkauzbestand zu erfassen.

Geeignete Standorte für diese Nistkästen wurden über ein Satellitenprogramm gesucht und gefunden.

Der Steinkauz ist ein Kulturfolger, er lebt und brütet sehr gerne in der Nähe von Bauernhöfen. Hier findet er Nahrung, doch oft fehlt es an geeigneten Bruthöhlen und so zeigten sich immer mehr Bestandseinbußen.

Durch die angebotenen Nistkästen erholte sich der Steinkauzbestand deutlich. Im Jahr 2010 wurden 47 Jungkäuze gezählt. Selbst nach dem langen Winter 2010/11 konnte noch mal eine Steigerung mit 53 Jungkäuzen auf dem Willicher Stadtgebiet festgestellt werden.

 

Manchmal kommt es vor, dass Jungtiere ihre Höhlen zu früh verlassen und von besorgten Tierfreunden gefunden werden. Oder sie verunfallen im Straßenverkehr oder ziehen sich anderweitig  Verletzungen zu. Dann brauchen diese Tiere Hilfe von uns Menschen.

 

Sylvia Urbaniak von der Greifvogelhilfe Mönchengladbach ist oft die erste Anlaufadresse.

In der vogelkundigen Tierarztpraxis Sudhoff werden die Eulen oder Greifvögel fachmännisch untersucht und behandelt. Tierarzthelferin Sylvia Urbaniak aus der Praxis Sudhoff übernimmt diese behandelten Vögel in ihre Obhut und pflegt sie bis zur Genesung, um sie dann in die Freiheit zu entlassen.

 

Die gute Zusammenarbeit zwischen Sylvia Urbaniak und dem NABU Willich kommt den Steinkäuzen aus der Region Mönchengladbach und dem Kreis Viersen besonders zu gute.

„Hier können wir sehr erfolgreich arbeiten und die Jungtiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum integrieren“ sagt Sylvia Urbaniak.

Der alte Glaube, dass Vögel, die einmal von Menschen angefasst wurden, nicht mehr von den Alttieren angenommen würden ist falsch. Diese alte These ist schon längst durch viele praktische Fälle widerlegt worden. Gerade Vögel reagieren nicht sensibel auf Gerüche.

Es ist so, dass Vögel nicht mal bemerken, wenn Findlinge aus einem anderen Nest zu ihnen in die Bruthöhle gesetzt werden.

Diese phantastische Möglichkeit nutzt die Greifvogelstation und der NABU, um die gesund gepflegten Steinkäuze artgerecht der Natur zurück zu geben. Es wird natürlich darauf geachtet, dass diese Findlinge zu Bruten mit wenigen Jungtieren zugesetzt werden.

 

Durch die Kontrolle und Betreuung der Nistkästen hat der NABU einen genauen Überblick über Alter und Anzahl der Jungkäuze. Die passende Familie wird ausgesucht um die Pflegekinder aufnehmen zu können.

Im Juni 2011 wurden auf diese Weise vier Steinkauzjungtiere der Greifvogelstation Mönchengladbach untergebracht. Zu einem Nistkasten auf den Fellerhöfen mit zwei Jungtieren, wurden drei weitere Jungtiere zugesetzt.

Das Futterangebot war reichlich, denn in dem Nistkasten hatten die Altvögel acht Mäuse und einen Maulwurf gebunkert.

Der vierte junge Steinkauz wurde ebenfalls einer Steinkauzfamilie zugesetzt.

 

Vier bis fünf Jungtiere in einem Nest können von den Altvögeln, bei gutem Futterangebot,  ohne Schwierigkeiten ernährt werden.

Harry Abraham, der dieses Steinkauzprojekt leitet, kontrollierte im Abstand von einer Woche den Entwicklungsstand der Steinkauzfamilie und stellte fest, dass alle Käuze versorgt wurden.

 

Ziel dieser Aktion ist, die natürliche Aufzucht durch Steinkauzaltvögel zu gewährleisten.

Die Aufzucht durch wilde Steinkauzeltern ist so optimal, dass dies ein Mensch niemals nachahmen kann.

http://www.greifvogelhilfe.de/