Seit den 80er Jahren gibt es in Krefeld einzelne Bestrebungen, Klimaschutz zu intensivieren. 1991 veranstaltete der NABU zusammen mit den SWK einen Stromsparwettbewerb. Die SWK bewarben in kleinem Umfang Klimaschutzmaßnahmen (Photovoltaikanlagen etc.). Zeitweise gab es bei der Stadt auch einen Klimabeauftragten. Energiesparen erfolgte aber in erster Linie im Rahmen finanzieller Sparmaßnahmen.
Ende der 90er Jahre wurde ein Energiegutachten auf den Weg gebracht, welches den Energieverbrauch Krefelds analysierte und verschiedene Entwicklungsszenarien darstellte. Diese beinhalteten aber keine sehr weitreichenden Empfehlungen zur Energieeinsparung. Politisch stießen sie ebenfalls keine wesentlichen Entwicklungen an. Es erfolgten spätere Fortschreibungen.
Gezielterer Klimaschutz begann in Krefeld mit "KrefeldKlima 2030":
Am 1.12.2018 hatte die Stadt Krefeld eine Bietergemeinschaft aus drei Gutachtern mit der Erstellung eines „integrierten Klimaschutzkonzeptes“ beauftragt. Das fertige Konzept beinhaltete Maßnahmenempfehlungen bis 2030. Die Umsetzung wurde am 23.6.2020 durch den Rat der Stadt Krefeld beschlossen. Sie hatte Klimaneutralität bis 2050 zum Ziel.
Das Konzept enthielt eine Vielzahl von Empfehlungen für Maßnahmen zu Klimaschutz, Klimafolgenanpassung sowie damit verbundene Aktivitäten der Stadt. In der Folge wurden zwei Planstellen für das Klimaschutzmanagement geschaffen und besetzt, die der „Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ im Geschäftsbereich VI, "Umwelt und Verbraucherschutz, Soziales, Senioren, Wohnen und Gesundheit" zugeordnet sind. Mit der Planung und Umsetzung verschiedener Einzelmaßnahmen wurde begonnen.
Das reichte bei weitem nicht! 2021 wurde deshalb Ernst gemacht:
Die fortschreitenden globalen Klimaveränderungen und deren immer deutlichere Folgen, die alarmierenden wissenschaftlichen Erkenntnisse (Kipp-Punkte, schwindendes Rest-Emissionsbudget zur Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles) und die zunehmenden Forderungen aus der Bevölkerung (in Krefeld z.B. Demonstration von „Fridays-for-future“ im März 2019 mit mehreren tausend Teilnehmern) erforderten mehr. Nun hielt auch die Politik in Krefeld (nach den Wahlen 2020) die bisher beschlossenen Zielsetzungen für unzureichend. Am 18.2.2021 beschloss der Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft, dass Krefeld bereits bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden sollte. Das Projekt „KrefeldKlimaNeutral 2035“ wurde ins Leben gerufen. Die Gutachter des Vorgutachtens (KrefeldKlima 2030, s.o.) wurden beauftragt, gemeinsam mit der Stadt Krefeld einen Maßnahmenplan für die Erreichung dieses verschärften Zieles zu erarbeiten.
Am 13.12.2022 wurden die ersten vorläufigen Ergebnisse des Gutachtens mehreren Krefelder Gremien in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt. Ein Erreichen der Klimaneutralität bis 2035 ist danach möglich, wird aber intensivste Anstrengungen von allen Krefeldern erfordern.
Klimaneutralität in Krefeld ist möglich, wenn alle mitmachen!!!