Eigener Strom in (praktisch) jeder Wohnung?
Haben Sie einen (möglichst sonnigen) Balkon, eine Terrasse, Dachfläche oder Fassadenwand an ihrer Wohnung? Dann können Sie mit dem Klimaschutz direkt beginnen. Wenn Sie dort ein „Balkonkraftwerk“ aufstellen, können Sie im Jahr etwa 200 bis 300 kWh Strom erzeugen – etwa den Verbrauch einer Waschmaschine für zwei Personen. Das erspart etwa 50 bis 80 Euro im Jahr. Bei Modulkosten von 350 bis 600 Euro würde sich das „Kraftwerk“ also nach 5 bis 10 Jahren amortisieren. In 20 Jahren werden ca. 2,5 Tonnen CO2 eingespart.
Die Aufstellung ist einfach (wobei die NGN in Krefeld allerdings noch einen Anschluss mit einem Spezialstecker verlangt), es ist allerdings ein kleiner bürokratischer Aufwand für die Anmeldung notwendig (s.u.). Falls man umzieht, nimmt man das Kraftwerk einfach mit.
Wo bekomme ich nähere Informationen?
Die Verbraucherzentrale hat eine ständig aktualisierte Erläuterung aller Einzelheiten auf ihrer Webseite https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/steckersolar-solarstrom-vom-balkon-direkt-in-die-steckdose-44715 eingestellt. Dort kann man alles Wissenswerte erfahren.
Wo bekomme ich solch eine „steckerfähige Eigenerzeugungsanlage“
Mehrere Baumärkte/Elektromärkte in Krefeld bieten „Balkonkraftwerke“ an, teilweise sind sie sogar direkt verfügbar. Alternativ ist natürlich eine Bestellung über das Internet möglich.
Achten Sie darauf, dass entsprechend sichere Befestigungsmaterialen und der richtige Stecker (bei Modulen über 960 W immer noch der „Wieland-Stecker“) mitgeliefert bzw. erworben werden. Die Leistung des Wechselrichters darf zudem 800 Watt nicht übersteigen.
Nachdem Ende 2025 die VDE DIN Norm angepasst wurde, kann bei Modulen bis 960 W einfach ein Schukostecker genutzt und selbst eingesteckert werden. (Für die Installation der Steckdose für den Spezialstecker bei größeren Modulen ist i.d.R. die Hilfe eines Elektrikers notwendig).
Wo muss ich die Anlage anmelden?
Die Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) bieten für die Anmeldung der Anlage in Krefeld eine Internetinformation an, der man die Einzelheiten der Anmeldung entnehmen kann (https://www.ngn-mbh.de/uebersicht/einspeisen/steckerfertige-erzeugungsanlage ).
Dort findet man auch einen Link zum Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, wo man die Anlagen zunächst anmelden muss. Danach ist lediglich noch die Mitteilung der zugeteilten Registrierungsnummer an die NGN erforderlich.
Unter Umständen werden anschließend vor Inbetriebnahme der Anlage auf Kosten der NGN (wenn diese beauftragt ist) ältere Stromzähler ausgetauscht, damit auch die Einspeisung von Strom möglich ist.
Muss ich sonst noch etwas beachten?
Die Anlage sollte sicher befestigt werden, darf nicht herunterfallen und keine Blendwirkung entfalten. Achten Sie dabei auf die korrekten Befestigungsmaterialien (z.B. Betriebsanleitung).
Falls Sie die Anlage an der Außenseite des Balkons oder an einer anderen Stelle der Außenwand des Gebäudes installieren wollen, muss der Vermieter gefragt werden. Ebenso sollte dies für den Wechsel der Steckdose geschehen.
Beitrag zur Klimawende in Krefeld?
Das Gutachten „KrefeldKlimaNeutral 2035“ baut auch auf engagierte Bürger, die Balkonkraftwerke einsetzen, um einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. In der vorläufigen Veröffentlichung wird ein Beitrag von 920 MWh/Jahr angenommen. Das würde einer angenommenen Installation von ca. 2.200 Balkonkraftwerken entsprechen, womit ca. 5.000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden könnten. (Mal sehen, was die die Endfassung des Gutachtens vorschlägt). Es ist aber zu hoffen, dass noch viel mehr Krefelder Balkone als 2.200 zum Klimaschutz beitragen werden.