Aktuelles aus der NABU-Gruppe Brüggen

59 Klimaziel erstmals gerissen - Bilanz des Jahres 2024

59 Klimaziel erstmals gerissen - Bilanz des Jahres 2024

Foto/Grafik: NABU Krefeld/Viersen Amelie Waletzke

Foto/Grafik: NABU Krefeld/Viersen Amelie Waletzke

Der Jahresanfang lädt ein, zu bilanzieren. Was hat 2024 für den Klimaschutz gebracht? Weltweit, in Deutschland und in Krefeld. Dazu ein paar ausgewählte Schlaglichter (mit über 60 Links, die leider das Textverständnis erschweren aber vielleicht hie und da zum Weiterlesen animieren):

 

Weltweit

Minus: 2024 ist es passiert: Die globale Jahres-Durchschnittstemperatur hat für 2024 erstmalig die Grenze von 1,5 Grad durchbrochen (https://wmo.int/media/news/climate-change-impacts-grip-globe-2024 ) – und zwar deutlich: 1,6 Grad, 0,12 Grad über dem Vorjahresmittel!!! (https://climate.copernicus.eu/copernicus-2024-first-year-exceed-15degc-above-pre-industrial-level ). Mancherorts wird das Überleben schwierig (https://www.tagesschau.de/ausland/asien/indien-delhi-hitze-100.html ). Das Klimaziel von Paris betrachtet man allgemein zwar erst als gescheitert, wenn dies mehrfach in Folge passiert (20 Jahre im Durchschnitt) und man hofft darauf, dass 2024 noch das El-Nino-Phänomen zum Temperaturanstieg beitrug und es 2025 wieder kühler wird. Die Vorzeichen stehen aber nicht gut. Zu deutlich scheint der Temperaturanstieg der letzten beiden Jahre, zu deutlich ist der Anstieg der globalen Meerestemperatur. Die Senken nehmen immer weniger CO2-auf oder werden zu Emittenten (z.B. Brasiliens Regenwald https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/amazonas-regenwald-auf-der-kippe-waldverlust-verstaerkt-den-klimawandel , der deutsche Wald https://www.thuenen.de/de/newsroom/presse/aktuelle-pressemitteilungen/detailansicht/aelter-vielfaeltiger-weniger-speicher-so-steht-es-um-deutschlands-waelder , die Meere https://www.tagesschau.de/wissen/klima/co2-meer-klimawandel-101.html , die Tundra https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2024/tauende-tundra-wird-zur-kohlenstoff-quelle/ , https://www.nature.com/articles/s41467-024-54990-9 ), der Temperaturanstieg wird immer schneller (https://www.tagesschau.de/wissen/erderwaermung-beschleunigung-100.html ). 

Minus: Die „Global Climate Highlights” des europäischen Wetterdienstes Copernicus führt noch eine Reihe weitere „Rekorde“ für 2024 auf: Jedes der letzten 10 Jahre war eines der 10 wärmsten; 11 Monate des Jahres 2024 lagen 1,5 Grad über dem vorindustriellen Mittel; 2024 war das wärmste Jahr für alle Kontinente außer Australien und Antarktis; die Meeresoberflächentemperatur lag 0,51 Grad oberhalb des Durchschnittes 1991-2000; die Menge des in der Luft gelösten Wassers erreichte 2024 eine Rekordmenge; entsprechend gab es in der Nordhemisphäre eine Rekordzahl an „Hitzestresstagen“, am 10. Juli waren 44% der Erde von Hitzestress betroffen; die Ausdehnung des Meereises um die Antarktis erreichte 2024 ein Rekordminimum (https://climate.copernicus.eu/copernicus-2024-first-year-exceed-15degc-above-pre-industrial-level ). 

Minus: Auch in 2024 hat kein Land der Welt ausreichende Maßnahmen ergriffen, seinen Beitrag zum Einhalten des Temperaturanstieges von 1,5 Grad (Paris-Ziel) zu realisieren, nur 10 Länder „fast ausreichende“ (https://climateactiontracker.org/countries/ ). Das Climate Action Tracker Thermometer zeigt, mit welchen Temperaturanstiegen (1,9 bis 2,7 Grad), abhängig von umgesetzten Maßnahmen, jetzt zu rechnen ist (https://climateactiontracker.org/global/cat-thermometer/ ). Leider drohen mit höherer Temperatur immer drastischere Kipp-Punkte im globalen Klima (siehe Blog 53).

Minus: Die IRENA (International Renewable Energy Agency) rechnet in ihrem „World Transition Outlook“ vor, dass mit den gegenwärtigen Politikmaßnahmen nicht die in Dubai vereinbarte Verdreifachung der Solarleistung bis 2030 weltweit erreicht wird (https://www.cleanthinking.de/copy29-world-energy-transitions-outlook-2024/ )

Minus: Drei wichtige internationale Umweltkonventionen „scheiterten“ 2024: Biodiversität, Plastikverschmutzung und Wüstenbildung. Die Klimakonvention rettete sich nur knapp über die Hürde der letzten Vertragsstaatenkonferenz. Die zugesagten Mittel für Klimafolgenbekämpfung reichten nur sehr knapp aus, ein Scheitern zu vermeiden. Die Notwendigkeit des Ausschleichens von Öl wurde, im Gegensatz zur Vorkonferenz, jedoch nicht mehr bekräftigt (https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-12-27/climate-diplomacy-in-2024-cop29-cop16-plastic-treaty-talks ). 

Minus: An die vielen Extremwetterereignisse (z.B. Fluten in Südspanien, Hurricane-Duo in Florida, Taifun in Vietnam, Dürren im Amazonasbecken und Namibia, Überschwemmungen in Afghanistan, Ost- und Westafrika, Südbrasilien und auch Zentraleuropa) sei nur kurz erinnert. 2024 kamen 8700 Menschen bei wasserbedingten Katastrophen ums Leben, 40 Millionen wurden vertrieben. Der jährlich erscheinende Global Water Monitor kommt zu dem Ergebnis, dass der globale Wasserkreislauf durch die Klimaveränderungen aus dem Gleichgewicht gekommen sei. Niederschlags-Rekordtage seien 2024 um 52 Prozent häufiger gewesen als zu Beginn des Jahrhunderts (https://www.n-tv.de/wissen/Wasserkreislauf-geraet-aus-dem-Gleichgewicht-article25469691.html und https://www.globalwater.online/globalwater/report/index.html ). Und mit Trockenheit kommen Feuer:

Minus: In Brasilien brannte 2024 Wald von der Größe Italiens nieder (https://www.wwf.de/2024/dezember/waldbrand-jahresrueckblick-2024#:~:text=Über%2014%20Millionen%20Hektar%20Fläche,sich%20hier%20auf%20139%20Prozent. ). Auch in Chile gab es 2024 die tödlichsten Waldbrände seit Aufzeichnungsbeginn; 14.000 Häuser niedergebrannt (https://www.ctif.org/de/news/wildfeuer-chile-2024-wurden-tot-geschlagen-rekord ) - man hörte hier kaum davon, da so viel brennt. Wohl aber von Kalifornien, als Jahresauftakt 2025: Feuer mit an Endzeitfilme erinnernder Heftigkeit (200.000 Menschen evakuiert) ausgerechnet um Hollywood (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-08/los-angeles-under-siege-as-wind-driven-wildfires-upend-city ). Die Meereserwärmung wirkte mit (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-08/los-angeles-fires-and-winter-drought-likely-linked-to-ocean-heat ). Es ist mit Abstand die teuerste Feuerkatastrophe der USA und wird die kalifornische Notversicherung an ihre Grenzen bringen (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-08/los-angeles-fires-become-existential-test-for-california-s-stopgap-insurer ). 

Minus: Die zahlreichen Naturkatastrophen trieben auch weltweit die Versicherungen 2024 wieder zu den höchsten Ausgaben seit 2017 (Hurrikane Harvey, Irma und Maria). (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-09/extreme-weather-drives-insured-losses-to-highest-since-2017 ). 

Minus: Wissenschaftlichen Ergebnissen wird aber zunehmend einfach widersprochen oder sie werden ignoriert. Beispielsweise wurde trotz gegenteiliger Studien (https://www.climameter.org/20241029-south-east-spain-floods ) oft behauptet, die Fluten in Spanien im Herbst 2024 hätten mit dem Klimawandel nichts zu tun. Dass die Kosten des Klimawandels ungleich höher als dessen Bekämpfung sein werden wurde 2024 erneut berechnet (https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/38-billionen-dollar-schaeden-pro-jahr-19-einkommensverlust-weltweit-durch-klimawandel ). Dennoch nimmt Klima-Desinformation – besonders in den sozialen Netzwerken – eher zu (Beispiel aus 2024: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/klimawandel-desinformation-102.html ). Gezielte Fehlinformation wird von interessierter Seite seit Jahren gefördert (https://de.wikipedia.org/wiki/Klimawandelleugnung ), fällt aber in Zeiten der Unsicherheit und Veränderungsüberdruss auf fruchtbaren Boden und wird von populistischen Politikern immer häufiger ausgeschlachtet. Überall sind klimaskeptische Parteien auf dem Vormarsch und gewinnen sogar Wahlen (aktuell USA und Österreich).

Minus: Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citi-Group und andere amerikanische Großbanken verließen die UN-unterstützte „Net-Zero-Banking-Group“, die sich dem 1,5-Grad-Ziel verpflichtet hatten (https://nypost.com/2025/01/02/business/morgan-stanley-joins-goldman-sachs-citi-in-exodus-from-climate-alliance/ ). Die Allianz hat damit immer noch 140 Mitglieder in 44 Ländern; die US-Banken aber hatten mit gut 13 Billionen Dollar Bilanzsumme großes Gewicht. Entsprechende Absetzbewegungen von Klimaverpflichtungen gibt es auch in anderen Bereichen der Wirtschaft (z.B. https://www.wiwo.de/unternehmen/banken/finanzmarkt-desiree-fixler-war-eine-ikone-der-gruenen-bewegung-jetzt-schimpft-sie-auf-nachhaltigkeit/30158918.html ) und in ganzen Ländern. Zuletzt kündigte der neue US-Präsident Donald Trump an, aus der Klimakonvention austreten zu wollen. Zum Glück aber haben immerhin noch 94 Prozent der Fortune Global 500 Firmen Klimaschutz-Selbstverpflichtungen irgendeiner Art. 

Gemischt: Großbritannien stellte am 1.10.2024 sein letztes Kohlekraftwerk ab und will sein Stromnetz bis 2030 komplett dekarbonisieren (https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2024-12-17/keir-starmer-shoots-for-the-moon-on-clean-energy-finally ). Damit haben zusammen mit Belgien, Österreich, Schweden und Portugal fünf europäische Staaten den Kohleausstieg abgeschlossen (weitere wollen 2025 folgen, z.B. Italien, Ungarn). Allerdings zeigt eine neue Studie der Internationalen Energieagentur (IEA), dass der weltweite Kohleverbrauch bis ca. 2027 weiter steigen wird (https://www.iea.org/news/global-coal-demand-is-set-to-plateau-through-2027 )

Gemischt: Immer häufiger werden große Wasserstoffprojekte verkündet. Allerdings sind es oft nur Ankündigungen. Viele Projekte „wackeln“ anschließend (https://www.zeit.de/news/2025-01/02/wasserstoffprojekte-in-sachsen-anhalt-wackeln ). Erfreulicherweise werden aber auch immer häufiger „Finale Investitionsentscheidungen“ (FID) getroffen – in Deutschland zuletzt für einen Großelektrolyseur in Lingen (https://www.bp.com/de_de/germany/home/presse/pressemeldungen/pm-2024-12-18-bp-verkuendet-investitionsentscheidung-fuer-projekt-lingen-green-hydrogen.html ). Um die globalen Wasserstoffziele zu erfüllen, müssen sich die Projekte aber noch mehr als vertausendfachen. Dagegen spricht, dass die Wasserstoffpreise für Jahrzehnte hartnäckig hoch bleiben sollen (https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-12-23/green-hydrogen-prices-will-remain-stubbornly-high-for-decades ). Die EU unterstützt unzureichend (https://www.efuel-alliance.eu/fileadmin/Downloads/Pressemitteilungen_2024/20241121_PM_H2_Ziele_verfehlt.pdf ). Dennoch konkretisieren sich auch die einzuschlagenden Wege hin zu einer Wasserstoffwirtschaft. Eine umfassende Analyse veröffentlichte Ende 2024 das Projekt „HYPAT – H2-Potentialatlas“(Fraunhofer-Institut u.a.) im Auftrag des Forschungsministeriums (Abschlussbericht unter https://hypat.de/hypat-wAssets/docs/new/publikationen/HYPAT-Abschlussbericht.pdf ).

Plus: Der Zubau von Solaranlagen weltweit schlug alle Rekorde: Neben großen Märkten wie China, Indien und Deutschland legten auch „neue“ Aspiranten wie Saudi Arabien und Pakistan mächtig zu. China liegt uneinholbar an der Spitze und baute erneut in Rekordtempo zu (https://www.iwr.de/news/china-treibt-ausbau-der-wind-und-solarenergie-2024-auf-neues-rekordniveau-ein-neues-atomkraftwerk-in-betrieb-news38796#:~:text=Solarenergie%3A%20China%20steigert%20Solarleistung%20bis,05%20GW%20(21.050%20MW). Es übertraf seine eigenen Ausbauziele für 2030 sechs Jahre zu früh. Aber auch in den USA zeigt der Inflation Reduction Act Wirkung. Vor allem in Florida und Texas boomt der Solarausbau (https://www.iwr.de/news/usa-erwarten-2024-ueber-40-gw-neue-solarleistung-us-solarindustrie-profitiert-vom-inflation-reduction-act-news38693 ).Generell zeigt sich: Immer wieder schlägt die Realität des Solarausbaues die Prognosen. Eine eindrucksvolle Grafik aus dem renommierten Economist fand ich leider nur hier (https://www.cleantech.ing/p/solar-exponentiell-warum-so-viele-sch-tzungen-daneben-liegen ) frei einsehbar. Auch für den Zubau von Batteriespeichern scheint dies zuzutreffen.

Plus: Auch wenn sich die Erhebung auf 2023 bezieht aber erst 2024 veröffentlicht wurde, sei folgende erfreuliche Zahl nicht verschwiegen: Die Treibhausgasemissionen der EU sanken 2023 um 8,3% gegenüber dem Vorjahr (https://commission.europa.eu/news/climate-report-shows-largest-annual-drop-eu-greenhouse-gas-emissions-decades-2024-11-05_de ).

Plus: Europas größter Windkraftanlagenhersteller Vestas glänzte Ende 2024 mit starkem Auftragseingang, v.a. aus Europa und USA. Da freuen sich nicht nur die Aktionäre (https://www.deraktionaer.de/artikel/mobilitaet-oel-energie/vestas-auftraege-ohne-ende-20346646.html ). Nach vorübergehender Stagnation durch inflationsbedingte Preissteigerungen zieht der Zubau wieder an (Trumps Äußerungen bremsen allerdings auch wieder etwas). 

Plus: Während der Absatz von Elektroautos in Deutschland stagnierte, nahm er weltweit deutlich zu. Größter Markt ist China; es folgen die USA (https://de.statista.com/themen/8175/elektromobilitaet-weltweit/#editorsPicks ). Prozentualer Spitzenreiter aber ist Norwegen. Das Land schickt sich an, ab 2025 keine Verbrenner-PKW mehr zu verkaufen. 25% der bestehenden Flotte sind bereits Elektroautos (https://mobilitree.net/norwegen-auf-kurs-elektromobilitaet/ ). Der öffentliche Verkehr in Oslo ist praktisch komplett elektrifiziert – und das bei deutlich kälteren Temperaturen als im Rest der Welt. Vorübergehende Probleme betrafen mehr die Steuerung der Ladestationen als die Fahrzeuge und konnten gelöst werden. 

Plus: Die Abholzungsrate in Brasiliens Regenwald ist unter Präsident Lula auf den niedrigsten Wert seit neun Jahren gefallen (nicht die Brände, s.o.) (https://www.wwf.de/2024/november/pressestatement-zum-rueckgang-abholzung-brasilianischer-amazonas ).  

Plus: In Industrie und größeren Wirtschaftsbetrieben wird – auch durch diverse Berichtspflichten – die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsgesichtspunkten in Planung und Handeln immer wichtiger. So gehört in Deutschland inzwischen die Industrie zu den Hauptadvokaten einer raschen und einplanbaren Energiewende und eines massiven Ausbaues der regenerativen Energiequellen. Auch die „großen“ Beratungsfirmen betrachten Nachhaltigkeit schon länger als zentralen Bestandteil ihres Selbstverständnisses und ihrer Beratungstätigkeit (z.B. https://www.mckinsey.com/about-us/environmental-sustainability , https://www.mckinsey.com/about-us/overview/sustainable-and-inclusive-growth ). Das ganze Jahr 2024 hindurch hat McKinsey Informationsschriften mit Grundlageninformationen und Detailanalysen zur Klimaproblematik erstellt (z.B. https://www.mckinsey.com/mgi/our-research/the-hard-stuff-navigating-the-physical-realities-of-the-energy-transition ).

Plus: Nach 2021 überstieg der Verkauf von Nachhaltigkeitsanleihen 2024 weltweit zum zweiten Mal den Rekordwert von 1 Trillion Dollar (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-03/global-sustainable-bond-sales-reach-1-trillion-for-second-time ). 

 

Deutschland

Minus: Auch Deutschland erlebte das heißeste Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. Erschreckend war, dass es gleich 0,3 Grad wärmer war als das bisher wärmste 2023. Gleichzeitig war es auch sehr feucht (warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen). Die Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit ist eine typische Erscheinung des fortschreitenden Klimawandels, der dadurch auch häufiger zu Extremwetterereignissen führt (https://www.zdf.de/nachrichten/wissen/wetter-bilanz-deutschland-unwetter-hitze-2024-100.html ). 

Minus: Am 1.1.2024 trat das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) in Kraft. Bei Beschluss Ende 2023 war es nach einer einwöchigen täglichen Desinformationskampagne der BILD (z.B. „Heizhammer ist eine Atombombe für unser Land“), die von der Opposition gerne aufgegriffen wurde, bereits in Verruf geraten (https://www.deutschlandfunk.de/heizungsgesetz-medien-heizhammer-bild-spiegel-100.html ). Die inhaltliche Diskussion verlief dann nur noch polemisch, was dem Gesetz nicht gerecht wurde. Das hätte man sich anders gewünscht. Hinzu kamen wegen der Haushaltskrise Unsicherheiten bezüglich der Förderung. Entsprechend groß war 2024 die Verunsicherung bei den Bürgern. Der Verkauf von Wärmepumpen brach ein (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energie-warum-der-absatz-von-waermepumpen-um-die-haelfte-einbricht/100036598.html ). Viele bauten sich lieber (vor)schnell noch eine Gasheizung ein – was voraussichtlich ungünstige Folgen für die Betroffenen haben wird (siehe Blog 29). 

Minus: Nachdem die Ampelregierung Ende 2023, aufgrund der Haushaltskrise nach der Verfassungsklage der Opposition, die E-Auto-Kaufprämie von maximal 4.500 Euro abrupt aufheben musste, wurden 2024 nur noch 380.609 Elektroautos zugelassen (nach 524.000 in 2023). Großbritannien überholte daraufhin Deutschland als größter europäischer Markt mit 381.970 Elektroautos (https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-01-06/uk-overtakes-germany-to-become-europe-s-top-electric-car-market ). Neue Wege der Förderung sind jetzt Wahlkampfthema (https://www.zfk.de/politik/deutschland/e-autos-und-ladestrom-werden-zum-wahlkampfthema). Erfreulicherweise wurden jedoch in Deutschland 2024 über 1,3 Mio. Elektrofahrzeuge hergestellt – mehr als 2023. 

Minus: Auch in Deutschland kippte die Berichterstattung mehr ins Klimakritische. Die FAZ titelt zum Jahreswechsel: „Die Einheizer der Transformation treiben uns in den Ruin“ (https://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/bundestagswahl-die-einheizer-der-transformation-treiben-uns-in-den-ruin-110214568.html?premium=0x6defa40c8a63cdfe491f4ae827126340815a26d76fb91e229e0624ea07ba2533 ). Auch in der Politik werden Stimmen hörbar, die die Transformationsgesetze zurückdrehen oder abschwächen wollen (z.B. https://www.focus.de/earth/report/gruenes-oel-spahn-sorgt-mit-rede-vor-waermepumpen-branche-fuer-fassungslosigkeit_id_260519648.html , https://www.zfk.de/politik/deutschland/jens-spahn-energie-kurs-cdu-kanzler-merz ). Mehrheitlich aber scheinen Bevölkerung, Medien und Politik noch hinter den Zielen der Transformation zu stehen – allerdings mit abnehmender Intensität (https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltbewusstsein-in-deutschland#:~:text=Der%20Schutz%20von%20Umwelt%20und%20%E2%81%A0Klima%E2%81%A0%20ist%20für,allerdings%20ein%20leichter%20Rückgang%20ab). 

Gemischt: Die Emissionen von CO2-Äquivalenten in Deutschland sanken 2024 um weitere 3% und sind damit gegenüber 1990 fast halbiert. Sie sind damit das dritte Jahr in Folge gesunken. Das Klimaziel der EU hat Deutschland damit allerdings trotzdem gerissen, zentraler Grund: Der „Mangel an strukturellem Klimaschutz in den Sektoren Industrie, Gebäude und Verkehr“, laut Simon Müller, Agora Energiewende. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/agora-energiewende-deutsche-co-emissionen-gegenueber-1990-fast-halbiert-110215398.html

Gemischt: Die DENA berichtet in ihrem “Gebäudereport 2024” (https://www.dena.de/infocenter/dena-gebaeudereport-2024/ ), dass 2024 in Deutschland noch 79% der knapp 20 Millionen Wohngebäude noch mit Öl und Gas geheizt wurden. Der Verkauf von Biomasse-Anlagen sei im ersten Halbjahr 2024 um 74% zurückgegangen, Wärmepumpen um 54%. Positiver aber seien die Entwicklungen im Neubau: Hier überwögen klimafreundliche Technologien. Auch der Gesantwärmebedarf in Wohngebäuden sei seit 2021 leicht zurückgegangen. Das Interesse an Beratungen sei zudem hoch. Die Anträge auf Energieberatungen für Wohngebäude stieg im ersten Halbjahr 2024 um 9% gegenüber dem Vorjahr. 

Plus: 2024 ist der Anteil der regenerativen Energien an der Stromerzeugung weiter gestiegen. In den ersten drei Quartalen deckten Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse und Wasserkraft 56 Prozent des Stromverbrauches. 2023 waren es noch 52 Prozent. Dabei deckten sie in jedem einzelnen Monat zwischen 53 und 59 Prozent, d.h. mehr als die Hälfte des Verbrauches. Kohle und Erdgas gingen um 10,5 Prozent zurück (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/iea-prognose-erneuerbare-energien-100.html ).

Plus: Insbesondere die Sonnenergie stellte auch in Deutschland neue Rekorde auf. Wie schon im Vorjahr gingen über eine Million neue Anlagen ans Netz. Mit einer Leistung von knapp 17 GW sogar noch etwas mehr als 2023. Die Gesamtzahl der Anlagen in Betrieb überstieg damit schließlich erstmals die historische Grenze von 100 GW – das ist bereits fast die Hälfte des Ausbauzieles der Bundesregierung für 2030 (215 GW) (https://www.iwr.de/news/photovoltaik-boom-in-deutschland-haelt-2024-an-eine-million-neue-solaranlagen-und-neue-rekordleistung-news38985 ). Die Zahl der Balkonkraftwerke verdoppelte sich 2024 gegenüber 2023 (Bundesverband Solarwirtschaft). Der Windenergiezubau blieb noch konstant (https://www.windbranche.de/windenergie-ausbau/bundeslaender ). Angesichts deutlich erhöhter Ausschreibungen und Genehmigungen in 2024 ist 2025/2026 mit deutlicher Zunahme zu rechnen (https://w3.windmesse.de/windenergie/pm/46216-zubau-statistik-2023-windenergie-bwe-vdma ). 

Plus: Auch der Gesamtenergieverbrauch ging 2024 zurück. Das beruhte allerdings teilweise auf Sondereffekten. Beim Gesamtenergieverbrauch dominieren weiterhin Öl und Gas. Regenerative Energiequellen stellen 20% (https://ag-energiebilanzen.de/erneuerbare-decken-ein-fuenftel-des-energieverbrauchs/ ).

Plus: Die Börsenstrompreise fielen 2024 wieder auf das Vorkriegsniveau ab (https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/ ), vor allem durch geringere Beschaffungskosten (erste Wirkung der Regenerativen?). Und trotz der viel kommentierten „Dunkelflauten“ im November nahm die Zahl der „Hochpreisstunden“ 2024 eher ab (https://www.zfk.de/energie/strom/so-viele-negativpreise-wie-nie-strom-guenstiger-trotz-dunkelflauten ). Die Erdgaspreise sanken 2024 um gut 20% (https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-gaspreisanalyse/ ). 

Plus: Der CO2-Emissionshandel in Deutschland erzielte 2024 Rekordeinnahmen (https://www.iwr.de/ticker/bdew-analyse-kommunale-waermeplanung-kommt-gut-voran-waermepaket-gefordert-artikel7172 ). 

Plus: Die Bundesnetzagentur verdoppelte 2024 die Genehmigungen von neuen Stromleitungen gegenüber 2023 und verbessert damit die Voraussetzung für eine weitere Erhöhung des Anteiles regenerativen Stromes im deutschen Stromnetz https://www.iwr.de/ticker/verdoppelung-gegenueber-vorjahr-bundesnetzagentur-genehmigt-2024-so-viele-stromleitungen-wie-noch-nie-artikel7162#:~:text=Wie%20die%20Bundesbehörde%20mitteilt%2C%20wurden,Verfahren%20zu%20beschleunigen%2C%20sind%20erfolgreich).

Plus: Auch der Bundesverband Deutscher Energiewirtschaft (BDEW) bestätigt abnehmenden Energieverbrauch und Emissionen in 2024 und berichtet in seinem Jahresbericht 2024 (Seiten 14-16) zudem, dass die Investitionen der Stromverbraucher und Wärme-/Kältedienstleister 2024 deutlich zugenommen hätten, die der Gasversorger aber eher abgenommen hätten (https://www.bdew.de/media/documents/2024_12_18_Die_Energieversorgung_2024_Final.pdf ). Eine wichtige Trendwende!

Plus: Die Bundesregierung Deutschland verabschiedete einen Plan für den Aufbau eine Wasserstoff-Kernnetzes (https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/02/07-wasserstoffnetze-energiewende.html ) welches im Oktober von der Bundesnetzagentur genehmigte wurde (https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/20241022_H2Kernnetz.html ) Mit dem Aufbau wurde stellenweise bereits begonnen (https://hydrogeit.de/blog/2024/12/18/keine-zweifel-am-kernnetz/ ); die überregionale Vernetzung in Europa hapert aber noch. Auch begann MAN den Aufbau eines “Gigahub” für die Serienproduktion von Elektrolyseuren auf (https://www.man-es.com/docs/default-source/press-releases-new/man_es_pm_quest-one-gigahub_ger.pdf?sfvrsn=2e28a2ef_1 ).

Plus: Jede dritte Kommune in Deutschland beschäftigt sich bereits konkret mit der Wärmeplanung. Bei den großen Kommunen sind es fast 100 %. Vor allem in Baden-Württemberg sind viele auch schon fertig (https://www.kww-halle.de/praxis-kommunale-waermewende/status-quo-der-kwp/bearbeitungsstand-der-kwp#c925 , https://api.kww-halle.de/fileadmin/PDFs/KWW-Kommunenbefragung2024_Präsentation-gesamt_final.pdf , https://www.iwr.de/ticker/bdew-analyse-kommunale-waermeplanung-kommt-gut-voran-waermepaket-gefordert-artikel7172 ).

Plus: Der Kölner Energieversorger Rheinenergie hat den Auftrag für die größte Flusswasserwärmepumpe Europas vergeben, die 50.000 Haushalte mit Wärme versorgen soll (https://www.rheinenergie.com/de/unternehmen/newsroom/nachrichten/news_72986.html ).

 

Krefeld

Minus: Die Stadt hat im September einen „Qualitativen Monitoringbericht“ für die Umsetzung von „KrefeldKlima 2030“ vorgelegt (Auszug: https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZdU_ybT4yfjtEm35t3WMhplWzUTjt74j3likJ0Qf-hyK/KrK_2030_qualitativer_Statusbericht_2407.pdf ). Es bestanden noch strukturelle Mängel, die Erhebung und Auswertung schwer machten. Diese sollen aber in Zukunft behoben werden. Zudem bestehen widersprüchliche Überschneidungen mit KrefeldKlimaNeutral 2035, die wiederholt diskutiert aber noch nicht befriedigend geklärt werden konnten. Auch wurden nicht alle Maßnahmen erfasst (z.B. viele der SWK). Bei Durchsicht ist aber erschreckend, wie viele Maßnahmen ausgesetzt, aufgeschoben oder schleppend umgesetzt werden, da Personal und Finanzmittel fehlen. Positive Beispiele gibt es in der Liste durchaus (z.B.: Homepage und Newsletter, Infoveranstaltungen, Energiemanagement der ZGM, LED-Einführung, Aufbau Dienstradpool. Auch sonst arbeiten Stadtverwaltung und SWK im Stillen an vielen positiven Projekten. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Ziele von KrefeldKlima 2030 und vor allem KrefeldKlimaNeutral 2035 mit dieser Knappheit an Mitteln und Personal nicht erreicht werden können. Die schlechte Haushaltslage mag hier als Grund angeführt werden. Es ist aber auch eine Frage der Priorisierung: Ist Klimaschutz nicht existenzieller und zeitsensibler als manche anderen Projekte?

Minus: Die Wärmeplanung ist für Kommunen einer der Haupthebel der Energiewende. Stadt, SWK, NGN und weitere Akteure sind sich dieser Verantwortung bewusst und haben den Prozess sehr motiviert, dynamisch und kooperativ angeschoben (siehe unten bei „positiv“). Schon 2025 soll es Ergebnisse geben! Um so trauriger, dass sowohl die CDU als auch die FDP – anscheinend aufgrund einer Intervention von „Haus und Grund“, wie in der Presse zu lesen war – öffentlich für eine Verzögerung der Planungen eintraten (RP 20.9.2024 und 26.9.2024). Das wird vor allem die vielen Hausbesitzer ärgern, die endlich wissen wollen, ob z.B. bei Ihnen Fernwärmeanschlüsse zu erwarten sind. 

Gemischt: Freiflächenphotovoltaik in Krefeld machte Fortschritte, erfuhr aber auch Hindernisse: Es wurde im Juni eine „Flächenpotenzialanalyse geeigneter Flächen“ im Klimaausschuss vorgestellt (https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZQ-969S5MLWeYt_IavRZyuP5BhQo_PwufOUWgj65tMSE/Verwaltungsvorlage_6358-24_-.pdf ). Unabhängig davon wurde in 2024 auch der erste Antrag für eine konkrete Freiflächenanlage gestellt (Solarpark Voosenhof: https://ris.krefeld.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZfJPxJQ_K07z8TMQCysRZM4 ). Dieser allerdings stieß auf diverse Widerstände, so dass das Befreiungsverfahren bis zum Jahresende nicht abgeschlossen werden konnte, was wiederum das Projekt möglicherweise ganz in Frage stellt (siehe Blog 58). 

Gemischt: Seit 2021 hat sich die installierte Solarenergiefläche pro Einwohner in Krefeld bis 2024 mehr als verdoppelt. Krefeld rangiert damit im Städteranking laut „Wattbewerb“ weiter im Mittelfeld beim Solarzubau (https://plattform.wattbewerb.de/ranking ). 

Gemischt: Sowohl das Initiativprojekt „Salvea – Lust auf grüne Energie“ (seit 2011 keine Google-Treffer mehr, aber gerade in 2024 sehr aktiv), als auch der Geologische Dienst bemühen sich aktiv um ein Vorantreiben der Geothermienutzung in Krefeld. Auch Stadt und SWK betonen deren Wichtigkeit. Leider konnte auch in 2024 noch keine Einigung aller Beteiligten auf eine konkrete Erschließungsstrategie erfolgen. Der Geologische Dienst begann allerdings mit den Vorbereitungen zu einer Probebohrung (WZ und RP vom 28.6.2024). 

Gemischt: Man sieht zwar in Krefelds Straße häufiger zu verkaufende Häuser und es folgen häufig Neubauprojekte, die (hoffentlich) energetisch günstig gebaut werden. Von einer „Sanierungsoffensive“ ist Krefeld aber sowohl im Einfamilien- als auch im Mehrfamilienhausbereich weit entfernt. Die häufigere Erwähnung der Notwendigkeit von Sanierung in den Medien scheint sich noch nicht stärker in reale Projekte umzusetzen. Die einmal angestrebte 4%ige Sanierungsrate liegt in weiter Ferne

Plus: Eine Arbeitsgruppe aus Stadtverwaltung, SWK, NGN und dem Planungsbüro Drees&Sommer (Projektlenkungsgruppe) sowie ZGM, KBK, Wohnstätte und relevanten Fachbereichen arbeitet seit Anfang 2024 konzentriert und zielorientiert an der Krefelder Wärmeplanung. Über die Fortschritte wurde im Klimaausschuss regelmäßig berichtet (z.B. https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZVu52R7gTWsrsimLu9LF4uzfw5zztvIja922RqzQpRhy/Verwaltungsvorlage_6362-24_-.pdf ). Auch wurden erste Ergebnisse vorgestellt (Zusammenfassung in Blog 54). 

Plus: Im Oktober wurden im Klimaausschuss die Fortschritte der Flächenpotentialanalyse für Windkraftnutzung vorgestellt (https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZYkGQMUzBJsvAuMoiILtapf4jldRp8Pplw0Ismd8sdXN/Verwaltungsvorlage_6791-24_-.pdf ). 19 Flächen sollen weiterverfolgt werden. Eine Umsetzung möglichst vieler Anlagen wäre sehr wichtig (siehe Blog 41). Erfreulicherweise (und für Krefeld ungewöhnlich) waren sich darin im Umweltausschuss auch praktisch alle Parteien einig!!!. Allerdings ist von Seiten konkreter Planer zu hören, dass von den 19 Flächen in der Praxis kaum eine umsetzbar sein dürfte. Die weiteren Entwicklungen bleiben abzuwarten. 

Plus: Auch in 2024 wurden durch Ratsbeschluss Fördermittel für Klimaprojekte bereitgestellt (https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZWO5M5beMeQZuM7AYpz4jbJx2DT6OL180Rs-SXROJu--/Verwaltungsvorlage_6410-24_-.pdf ). Allerdings waren die entsprechenden Fördertöpfe erneut bereits nach wenigen Tagen ausgeschöpft. Eine soziale Förderung für einkommensschwächere Haushalte für Balkonkraftwerke und einen für Teilnehmer kostenlosen Stromspar-Check durch die Caritas steht aber weiter zur Verfügung. 

Plus: Im August wurde ein Elektromobilitätskonzept im Planungsausschuss beschlossen und die Stadtverwaltung mit dessen Umsetzung beauftragt (die allerdings ebenfalls an Personalmangel kranken wird) (https://ris.krefeld.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZWWTl1Md1lZAnrMcT4t7aEmwW-uRrLUydBokvUT3rw-5/Abschlussbericht_EMK_Krefeld.pdf ). 

Plus: Die WZ titelt am 8. Juli zur Wohnstätte Krefeld: „Ein Vorbild für alle“ (https://www.wz.de/nrw/krefeld/krefeld-wohnstaette-ist-vorbild-beim-klimaschutz_aid-72613175 ). 854 Millionen Euro wolle diese in die Hand nehmen, um bis 2045 ihre knapp 9000 Wohnungen klimaneutral zu bekommen. Zoo und ZGM wurden bereits in Blogs 15 und 24 erwähnt und arbeiteten 2024, wie auch weitere städtische Institutionen, weiter an ihrer Klimaneutralität (zahlreiche PV-Anlagen wurden gebaut und geplant). Dies auch im Rahmen des Quartiersmanagements (https://www.krefeld.de/de/umwelt/quartiersmanagement/ ). Die ZGM trieb auch die Planungen für breites Energiecontracting städtischer Gebäude weiter voran (WZ 1.7.2024).

Plus: 20 zusätzliche Klimasensoren wurden dem Messnetz zur Überwachung des Stadtklimas hinzugefügt (https://www.krefeld.de/c1257cbd001f275f/files/krefeldklimaneutral_-_newsletter_2024_07.pdf/$file/krefeldklimaneutral_-_newsletter_2024_07.pdf?openelement ).

Plus: Die SWK haben 10 Wasserstoffbusse von Solaris bestellt (und in Empfang genommen). Ferner ist der Bau einer Wasserstoff-Tankstelle auf dem SWK-Gelände geplant (WZ vom 1.7.2024). Zudem wurde das Fernwärmenetz hydraulisch optimiert, um einen beschleunigten Netzausbau vorzubereiten, und es wurden m Rahmen der Überarbeitung der Konzessionsverträge mit der Stadt Beschleunigungsmöglichkeiten für Genehmigungsverfahren im Fernwärmebereich vereinbart. 

Plus: Auf dem Lefkeshof in Krefeld ging im Sommer eine Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Bioabfällen (Gülle und Mist) in Betrieb (RP 1.6.2024). 

 

Fazit:

Das Glas ist halbvoll – oder halbleer! Das ist Ansichtssache und jeder kann selbst urteilen. Unzweifelhaft aber zeigte uns die Natur 2024 wieder, wie sehr die Zeit drängt. Das Motto „Möglichst viele Emissionsreduktionen möglichst schnell!“ muss auf allen politischen Ebenen und im Privaten die tägliche Maxime sein.