Hilfe für den Steinkauz

 Es wird gehämmert, gesägt und geschraubt, denn der NABU Willich kontrolliert, repariert und fertigt neue Steinkauzniströhren.

Im Bereich Willich, Anrath, Neersen und Schiefbahn kümmert sich das NABU- Team Willich intensiv um die Erhaltung und Pflege der wertvollen Lebensräume für die kleinste Eulenart, den Steinkauz.

Streuobstwiesen, alte Kopfweiden und alte Bauerngehöfte zählen zu den bevorzugten Revieren der Steinkäuze. In Nordrhein-Westfalen leben etwa drei Viertel des deutschen Bestandes. Aber sein Lebensraum ist gefährdet, denn der Steinkauz findet immer weniger Brutmöglichkeiten. Besonders die Bäume fehlen.

Der Steinkauz braucht geeigneten Lebensraum und Unterschlupfmöglichkeiten um sein Brutgeschäft durchführen zu können. In Zusammenarbeit mit Hofeigentümern rund um die Ortsteile von Willich werden nach und nach an geeigneten Stellen flächendeckend Niströhren für Steinkäuze angebracht. Nur so haben Jungvögel die Möglichkeit neue Reviere zu erschließen und den Bestand zu sichern.

Beim Anfertigen von Niströhren muss man der Natur einiges abschauen. Kauze lieben Höhlen in knorrigen Kopfweiden, weil sich an den Faulstellen im Inneren des weichen Baumes Mulmhumus bildet, welcher eine gute Nestunterlage für ihre Bruthöhle ist und von Menschen auch nie gereinigt wird.

Die Höhle ist oft recht tief, und bei einem Gefahrenruf der Kauzeltern können sich die Jungtiere weit ins Innere zurückziehen. Die Nester werden jedes Jahr erneut benutzt, denn die Unterlage aus Gewölle verfestigt sich und ist somit ideal um die Höhle auszuformen. Eine künstliche Nisthilfe darf keine Ritzen aufweisen durch die der Wind pfeifen kann, denn Zugluft mögen Kauze nicht. Die Reinigung eines Nistkastens, der trocken und als Höhle ausgebildet ist, käme einer Zerstörung des Nestes gleich. Aus diesem Grund darf ein Nistkasten auch nie eine Kontrollöffnung von hinten haben, weil hierdurch beim Öffnen des Kastens das Nest beschädigt wird.

Das Brett des Einschlupfloches ist 50 mm dick, um das Eindringen von Dohlen zu verhindern. Der Durchmesser des Einflugloches beträgt 65 mm. Das erste Einstreu im Nistkasten sind 10 Liter altes Sägemehl von Laubhölzern (keine Späne). 10 Prozent Mulm aus verrottetem Laubholz, 5 Prozent Rindenmulch (fein gemahlen) und 5 Prozent Kompost (erdfeucht).

Die Pflege und Kontrolle von Steinkauznistkästen ist Aufgabe der Mitglieder des NABU und gehört zum Schutz zur Vermehrung der Steinkäuze in Willich. Bei der diesjährigen Kontrollaktion hatte sich ein Steinkauz in der Niströhre recht gemütlich eingerichtet und wollte nicht gestört werden (Foto). Um die Kontrolle für das NABU-Team zu erleichtern, werden Niströhren mit einen Deckel gebaut und sind somit leicht zu öffnen. Der Steinkauz bleibt meist ein Leben lang seinem Revier treu und verteidigt es gegen andere Artgenossen. Wo Flächen verbaut werden, müssen an anderer Stelle neue Lebensräume für diese kleinste Eulenart geschaffen werden, damit der Steinkauz eine Zukunft hat.

Noch ein Wort zum Marderschutz.

Der Marderschutz schadet mehr als er nutzt. Er behindert die Käuze bei der Fütterung der Jungtiere. Der Vorplatz wird gerne zur Fütterung benutzt, und der „Marderschutz“ muss dabei jedes mal überwunden werden. Bei einem Gefahrenruf der Kauzeltern können die Jungtiere nicht schnell genug in den hinteren Teil der Röhre verschwinden. Es ist erwiesen das kleine Marder diesen angeblichen Schutz mit Leichtigkeit überwinden. Die Natur hat auch keinen Marderschutz, und der Bestand ist durch Marder nicht gefährdet. Ein „Marderschutz“ besteht aus zwei hintereinander angebrachten Eingangsplatten in die nach links und rechts versetzte Eingangslöcher gebohrt werden.

Wer einen guten Platz für eine Steinkauzröhre auf seinem Grundstück in Willich vermutet oder Fragen hat, kann sich an Jack Sandrock 0 21 54-7 02 79 oder Harry Abraham 0 21 54-18 88 in Willich wenden.