Exkursion zu Bodendenkmalen und Waldnutzungsformen in Viersen-Dornbusch

Am Donnerstag, 27.06.2024, führt Günter Wessels zu Bodendenkmalen und zu Zeugen der Nieder- und Mittelwaldnutzung in Viersen-Dornbusch. Treffpunkt ist das Haus Berger, Lobbericher Str. 20, 41749 Viersen. Die Exkursion beginnt um 17.30 Uhr und dauert 90 Minuten. 

Im Anschluss findet der Gruppenabend des NABU Viersen im Haus Berger statt.

Gäste sind herzlich willkommen!

 

 

Eine landeskulturelle Besonderheit schützen und entwickeln: mit Günter Wessels auf der Bockerter Heide

 

[August 2023] Zu einem informativen Rundgang auf der Bockerter Heide konnte Günter Wessels am 17. August 2023 mehr als zwanzig Interessierte begrüßen. Innerhalb einer Stunde führte der Leiter der NABU-Gruppe Viersen zu markanten Zeugnissen der Waldnutzung vergangener Jahrhunderte.

"Dieses Gebiet ist das Erste in NRW, das wegen der landeskulturellen Besonderheiten unter Schutz gestellt wurde. Es ist uns ein großes Anliegen, den Bürgern diese Zeugnisse zugänglich zu machen", sagte Wessels. In einem lichten Buchenbestand zeigte Wessels, was es mit dem Buchen-Niederwald auf sich hat. "Holz war der einzige Energieträger. Daher ernteten die Menschen regelmäßig im Wald." Die Buche gibt ein gutes Feuerholz. Die Bäume wurden aber nicht gefällt, sondern ab einer bestimmten Dicke wurde der Haupttrieb gekappt. Der verbliebene Baum konnte neu ausschlagen. "Außerdem waren die Bauern zum Lemmen verpflichtet. Dabei werden junge Triebe abgesenkt und in der Erde verankert. Es bilden sich Wurzeln, ein neuer Baum entsteht." 

Sehr große Buchen und Eichen waren Mastbäume zur Ernährung von Vieh. Heute sind sie Solitäre von hohem Wert.

Ein landeskulturell sehr bedeutsames Element der Bockerter Heide sind die Flachskuhlen. Das Gelände wurde von einem Pflegetrupp aus Freiwilligen und Hauptamtlichen im zeitigen Frühjahr freigelegt. "90% der Bevölkerung hatten mit dem Anbau und der Verarbeitung von Flachs zu tun. Das war neben dem Ackerbau der allerwichtigste Erwerbszweig", weiß Günter Wessels. Die Fläche muss regelmäßig gepflegt werden, sonst wächst sie zu. "Hier zeigt sich, wie anderen Stellen auch, der eklatante Wassermangel des Geländes. Das macht uns große Sorgen", berichtete Wessels, der kürzlich einem Team des WDR die Fläche zeigen und erklären konnte.

Wälle grenzen die Flächen gegeneinander oder gegen die Wege ab. Manche sind kaum noch erkennbar. Ein von niedrigen Wällen umgebenes Flurstück liegt Wessels besonders am Herzen. "Wir haben es von einer Familie geschenkt bekommen und können es so pflegen, dass die ursprüngliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren wieder zum Vorschein kommt." Dafür wurden Bäume entnommen und lichte Bereiche geschaffen. Voll Freude zeigt Wessels kleine Pflanzen, manche tragen bereits zarte Blüten. "Die Heide kommt wieder zum Vorschein!"

Nicht fehlen durfte die Viersener Mispel, die Urform dieses Gewächses. "Sie ist sehr schwer zu vermehren. Hier gibt es Exemplare, die umbedingt freigestellt werden müssten, damit sie sich besser entwickeln können." An den helleren Standorten sind die Büsche und Bäumchen voller Früchte. "Daran müsste die Stadt Viersen wirklich ein großes Interesse haben", sagt Wessels mit Blick auf das Viersener Stadtwappen mit seinen drei Mispelblüten.

 

Günter Wessels
Leitung NABU-Gruppe Viersen, Sachgebiete Obstwiesen- und Gehölzpflege, AG Wald- und Baumpflege
Viersen-Dülken
guenter.wessels(at)nabu-krefeld-viersen.de
02162 8976864
0177 5523217