Nistkästen

Was vor Jahren noch ein gewohnter Anblick war ist heute bereits Bestandteil der Liste gefährdeter Arten. Der Haussperling, ein vormals ganz gewöhnlicher Allerweltsvogel, ist heute schon ein selten gewordener Gast in unseren Gärten.

Was vor Jahren noch als Garten bezeichnet werden durfte, ist heute eine von Architekten gerühmte, zugekieste und lebensfeindliche Einöde.

Der Mensch, als Gestalter seines Lebensraumes, hat nicht nur seinen Lebensraum modifiziert, er hat auch der Natur das entzogen, was für einen Artenreichtum unerlässlich ist. Lebensräume werden derart missbraucht, dass für Futtersuche und Nistmöglichkeiten kein Raum mehr gegeben ist.

Der Verlust der Lebensräume, ob es nun eine artenreiche Wiesenvegetation ist, ob es der Verlust von Feldgehölzen ist, ob es die Monokulturen unserer Nutzholzwälder sind, ob es der Neid der Menschen ist, holen sich Fischotter, Reiher und Co. einen leckeren Happen aus dem für die Fischzucht umgestalteten See, all das wirkt gegen eine gesunde und natürliche Wildvogelpopulation und gegen den Artenerhalt.

Wo in der Natur finden wir heute noch ausreichend Totholz und Nistbäume? Unsere Höhlenbrüter sind verzweifelt auf Wohnungssuche. Wo finden wir noch Büsche, Sträucher und Feldgehölze, in denen Rebhuhn, Fasan und Neuntöter artgerecht leben können und Schutz finden? Unsere Häuser sind mit modernsten Baustoffen hergestellt, Raum für Nischen, Lücken und somit Brutgelegenheit für viele Arten werden aus energietechnischen Gründen wegrationalisiert.

Wundert es deshalb, wenn Haussperling, Hausrotschwanz, Bachstelze und viele mehr, still und heimlich aus unserer Wahrnehmung verschwinden?

Das vormals üppige und für jeder Art so wichtige Futter ist zur Mangelware geworden. Kaum noch finden sich Wildkräuter, Samenstände, Beerensträucher und alte Baumbestände, die wertvolle Nahrung produzieren. Invasive Landwirtschaft und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln machen den Insekten den Garaus, die wiederum Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten sind. Auch das sind Gründe, die das stille Artensterben unterstützen.

Unsere Singvögel mit künstlichem Nistplatzangeboten zu unterstützen, kann also nur förderlich sein. Natürliche Nistmöglichkeiten können in der Kürze der verbleibenden Zeit überhaupt nicht mehr nachwachsen bzw. vormals geeignete Bausubstanz wird nie wieder in ihren alten Zustand versetzt. Also ist es legitim, über jede Art des zusätzlichen Nistplatzangebots nachzudenken.

Mit den Nistgelegenheiten erhöhen wir die Chance auf Nachwuchs. Mit dem Nachwuchs erhöhen wir die Chance, mit natürlichen Mitteln bzw. Insekten fressende Vögel gegen Schadinsekten ganz natürlich vorzugehen. So kann z.B. ein Kohlmeisenpaar zur Aufzucht ihrer Jungvögel zwischen 7000 und 8000 Raupen verfüttern. In einem guten Jahr können problemlos zwei Bruten aufgezogen werden. Das macht in Summe etwa 300 kg Raupen und Insekten, die sich sonst ungehindert auf das stürzen, was wir vielleicht in der Lebensmittelproduktion schützen wollen. Die Nützlichkeit von Kohl- und Blaumeise im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner ist bereits probates Mittel, wird jedoch noch viel zu zaghaft praktiziert.

Zurück zum Anfang – wo kein Wohnraum, da kein Nutzen. Also lasst uns doch Wohnraum schaffen.

Eine gute Meisenpopulation soll dem Eichenprozessionsspinner Einhalt gebieten

31.01.2021 - Im letzten Früjhjahr hatten wir 30 neue Meisenkästen montiert, um mehr Nistgelegenheiten zu bieten und durch eine gute Meisenpopulation das gehäufte Vorkommen des Eichenprozessionsspinners einzudämmen.

Am Samstg, den 30. Januar trafen wir uns mit neun fleißgen Helfern, um die Nistkästen noch rechtzeitig vor der anstehenden Brutsaison zu reinigen. Die Kästen sind meist an Stieleichen an der Elmpter Kapelle, der Lehmkul, dem Hallenbad, Am Dicken Herrgott sowie an der Brempter Kapelle angebracht.

Bei dieser Gelegenheit haben wir genau dokumentiert, ob z. B. in einem Kasten genistet worden ist, ob vielleicht ein Gelege verlassen wurde oder ob der Kasten nur als Schlafplatz genutzt wurde. Durch diese Erfassung können wir auch in den kommenden Jahren eine gute Aussage über den Erfolg der Maßnahme machen und werden diese mit der Gemeinde Niederkrüchten teilen.

Herzlichen Dank an alle Helfer, die sich bei dem frostigen Wetter kalte Finger geholt haben.

Bauanleitungen

(in Arbeit)