Nisthilfen

Mit Nisthilfen kann unterschiedlichsten Tierarten dabei geholfen werden, in einer zunehmend urbanisierten Landschaft eine geeignete Nistmöglichkeit zu finden. Aus diesem Grund bietet der NABU Verschiedenes aus diesem Bereich an.

1. Nisthilfen für Vögel

Nisthilfen für Vögel sollten grundsätzlich außer Reichweite von Katzen und anderen Räubern aufgehängt werden. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt eine Reinigung durch einfaches Ausfegen im Spätsommer bis Herbst oder wieder ab Februar, bevor die Brutsaison beginnt. Dabei sollten keine chemischen Reinigungsmittel verwendet werden. Idealerweise werden Nistkästen im Herbst aufgehängt, damit Vögel, Kleinsäuger und Insekten sie zum Schlafen oder Überwintern nutzen können.

Im Folgenden stellen wir Nistkästen für verschiedene Vogelarten vor, die im Kreis Krefeld Viersen vorkommen:

Höhlenbrüter

Informationen zur Kohlmeise (Ø32mm Einflugloch)

 Anbringen:

  •  2-3m Höhe; Osten-Südosten; Halbschatten
  •  Rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  •  nach vorne überhängen
  •  Abstand zu anderen Nistkästen ca. 10m

 

 

 

Informationen zur Blaumeise (Ø26-28mm Einflugloch)

 Anbringen:

  • 2-3m Höhe; Osten-Südosten; Halbschatten
  • Rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  • nach vorne überhängen
  • Abstand zu anderen Nistkästen ca. 10m
 
 

Informationen zum Waldkauz (Ø13cm Einflugloch)

Anbringen:

  •  4m Höhe, schattig
  •  an einzelnen Bäumen, im lichten Wald oder  abseitsgelegenen Scheunen
  •  freier Anflug
  •  nach vorne überhängen
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Informationen zum Kleiber und Gartenrotschwanz (ovale Öffnung)

Anbringen:

  • 2-3m Höhe; Osten-Südosten; Halbschatten
  • Rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  • nach vorne überhängen
  • Abstand zu anderen Nistkästen ca. 10m

 

 

 

Höhlenbrüter in Kolonien

Informationen zum Star (Ø45mm Einflugloch)

Anbringen:

  • 2-3m Höhe
  • Rostfreie Nägel oder Drahtbügel verwenden
  • nach vorne überhängen
  • Abstand zu anderen Nistkästen ca. 10m

 

 

Informationen zu Haus- und Feldsperlingen (Ø35mm Einflugloch)

Anbringen:

  •  2-3m Höhe; Osten-Südosten; Halbschatten
  •  Rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  •  nach vorne überhängen
  • leben gerne in großen Gruppen mit vielen Kästen nebeneinander
 

Informationen zur Dohle (Ø9cm Einflugloch)

Anbringen:

  • 6-10m Höhe; Osten-Südosten; Halbschatten
  • Rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  • nach vorne überhängen
  • keine Sitzstangen anbringen, um die Ansiedlung von Stadttauben zu vermeiden
  • Bäume ringsum bieten Jungvögeln Schutz
 

Informationen zur Mehlschwalbe

Allgemeines:

  • Es handelt sich hierbei nicht um komplette Nester, sondern lediglich um das „Fundament“ für den Bau eines Nestes
  • Sie bauen ein geschlossenes Nest mit einer kleinen Öffnung aus Lehm und Erde
  • Es muss genügend Material zum Bauen zur Verfügung stehen

Anbringen:                                                                                         

  • direkt unterm Dach auf ca. 4m Höhe
  • wettergeschützt
  • freier Anflug

Reinigung:

  • keine

Informationen zum Baumläufer (Höhlenbrüter)       

Anbringen:

  • mind. 1,50m Höhe
  • Öffnung zum Stamm     
  • rostfreie Nägel oder Drahtbügel
  • Blätter oder Rindenmulch als Einstreu wird gerne genutzt
  • passend großen Baum aussuchen

 

 

Eine Bauanleitung für einen einfachen Höhlenbrüterkasten finden Sie hier.

Sonderfall Röhrenbrüter

Informationen zum Steinkauz (Röhrenbrüter)

Anbringen:

  • mind. 2m
  • auf einem Ast, da junge Steinkäuze noch nicht fliegen können
  • mit der Öffnung leicht schräg nach oben hängen und zum Stamm
  • Abstand zum nächsten Nistkasten ca. 500m
  • in direkte Nähe von gemähten Wiesen; nicht in direkter Nähe zum Wald

Mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Steinkäuze können Sie hier erfahren!

Halbhöhlenbrüter

Informationen zum Zaunkönig, Rotkehlchen, Hausrotschwanz und Bachstelze

 Anbringen:

  •  entweder in 2-3m oder in Dornenhecken
  •  geschützt vor Tieren
  •  nach vorne überhängen          
  •  Osten-Südosten; Halbschatten             
  • rostfreie Nägel oder Drahtbügel                                                                                       

 

                                                                                                                  

 

Informationen zum Turmfalken (Halbhöhlenbrüter)

Anbringen:

  • mind. 4m Höhe
  • Osten-Südosten; Halbschatten
  • wettergeschützt
  • freier Anflug muss gewährleistet sein
  • besonders beliebt sind Kirchtürme, hohe Kamine oder Hallen
 

 

Eine Baueinleitung für einen Halbhöhlenkasten finden Sie hier.

 

2. Nisthilfen für Säugetiere

In einer naturnahen Umgebung benötigen die wenigsten Säugetiere Unterstützung in Form einer Nisthilfe. Besonders in urbanem Umfeld können Sie manche Arten dennoch durch künstliche Nisthilfen fördern. Einige Beispiele finden Sie hier.

Informationen zum Igel (Einzelgänger, Höhlenbrüter)

Allgemeines:

  •  Igel halten Winterschlaf und dürfen unter keinen  Umständen gestört werden

 Aufstellen:

  •  im Spätsommer aufstellen
  •  geschützt vor Katzen, Hunden und Regen
  •  Laub im und am Häuschen verteilen                       
  •  beliebt sind ringsum Steine, Äste und Laub                     
  •  keine Wiese vorm Häuschen

Reinigung:

  • keine Reinigung nötig, da Igel das Häuschen Sommer und Winter nutzen und es dementsprechend einrichten

Weitere Informationen zu Igeln finden Sie hier.

Informationen zu Fledermäusen

      Allgemein:

      • Kasten ist im Innenraum aufgeraut,damit die Fledermäuse hineinklettern können

       Anbringen:

      •  mind. 3m Höhe; Halbschatten-sonnig
      •  Abstand zu anderen Nistkästen ca. 5m
      •  ab März anbringen
      •  Katzensicher aufhängen                                                         

      Reinigung:

      • selbstreinigend, da der Kot unten raus fällt
      • keine Störung bei dem Winterschlaf

      3. Nisthilfen für Insekten

      Die wenigsten im Handel erhältlichen Nisthilfen für Insekten sind wirklich sinnvoll. Am Besten können Sie unsere heimischen Krabbeltiere stattdessen fördern, indem Sie Ihnen ein möglichst strukturell vielfältiges Umfeld anbieten, dass eine große Zahl unterschiedlicher heimischer Pflanzen beheimatet. Manche Wildbienenarten können jedoch durch Nisthilfen gefördert werden. Genauere Informationen zu Nisthilfen für Wildbienen finden Sie hier.

      Für weitere Informationen zu Nisthilfen schauen Sie gern auch in diese Anleitung vom NABU Bundesverband.